Die Geschichte Homerts

Homert, Homart oder auch Hombert ist der Name einer wüsten (aufgegebenen) Siedlung im Selbecker Grund.

Über die Geschichte der Siedlung ist nur wenig bekannt. Anscheinend wurde sie bereits im 16. Jahrhundert aufgegeben. Erhalten geblieben ist jedoch der Name; denn die Selbecke heißt oberhalb von Stelborn auch heute noch Homert-Siepen.

Günther Becker vermutet die Siedlung ungefähr 1,5km oberhalb von Stelborn am Homert-Siepen ungefähr dort, wo das Rinnsal aus Richtung Alpenhaus in das Homert-Siepen mündet. Dort finden sich in der Feldflur noch terassenförmige Bereiche, die eine Nutzung als Acker, Garten oder Hofraum vermuten lassen.

Urkundliche Erwähnungen

spätes 15. Jh. In einer Aufstellung der Eigenleute Johann von Oles werden "Koneken kinder tho Hombert" genannt.
[Heimatstimmen für den Kreis Olpe, 34. Folge, S. 30]

1540 In dem Lagerbuch Ruprecht vom Bruchs finden wir:
"... Item was auf Homert geschätzt wird, es sei Korn oder andere Früchte und auch was die von den Ländereien zu Wiesen gemacht, geben den Heuzehnten und allen Zehnten den von Bruch allein...". .
Anscheinend war zu dieser Zeit bereits ein Teil des Ackerlandes in Wiesen umgewandelt worden.
[Heimatstimmen für den Kreis Olpe, 62. Folge, S. 32]

ab 1550 Mehrfache Erwähnung des "wüsten Freiguts Homert" im Reichskammergerichtsprozess des unfreien Bauern Johann Schulte zu Stelborn gegen Thonis Welter aus Oberhundem den Bruder seiner Frau Agatha.
[Heimatstimmen für den Kreis Olpe, 35. Folge, S. 45]

1580 Auszug aus dem Übergabe Receß (Erbvertrag) zwischen Eberhardt vom Bruch und seinem Sohn Mefferd von Bruch. "... auch unsere Zehnt zu Oberhundem, Silbecke, Homardt und Kleinmercksheim ..."
[Heimatstimmen für den Kreis Olpe, 70. Folge, S. 33]

1614 Zusammenstellung der Kirchengüter, Einkünfte und Renten der Kirche zu Oberhundem.
Verzeichnis der ausgetanen Erbgüter der Kirche:
"... Hanß für dem Stein zu Sterbeln hat 1 Wieschen zu Homert an dem Boel, darüber 1 Hagen, 1 Land hinder dem Stein mit einem Hagen. Pacht 1 Pfd. Wachs und 1½ Pfd. Ungels ..."
und
"... Der Schulte zu Sterbele und Peter zum Erlenhove brauchen das Lamberts Holt in der Stermeke, grenzend unten an den Seifen, daneben die Schlencke bis an die Homerter Marckerben und oben das Heidtfeldt. Pacht (fehlt) Pfd. Wachs..."
Pastoratsgüter zu Oberhundem:
"...Thonis auf der Kortmecke Haus u. Hof, 3 Hagelchen uf Homert, daneben 1, den die Nachbarn beanspruchen. Pacht 6ß..."
[Klein, Aloys, Beiträge zur Geschichte Kirchspiel und Gemeinde Oberhundem, Oberhundem 1972, S. 78 f.]

1607 / 1623 Vom Aufkommen an Dienst, Bedde und Mähergeld des Oberamts Bilstein von 1623 nach Vorlage von 1607
Selbecke:
"... Hanß Herder 1 ß, Fb von Homarter Marck..."
Sterbelen und Schwarttmeke werden getrennt aufgeführt, Erlhof gar nicht.
[Klein, Aloys, Beiträge zur Geschichte Kirchspiel und Gemeinde Oberhundem, Oberhundem 1972, S. 56]


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